Ein professionell und gut ausgeführtes Piercing dauert je nach Körperstelle nicht einmal eine Sekunde, sodass der Schmerz kaum registriert wird. Spritzen bereiten oft mehr Schmerzen! Wenn ein Piercing unprofessionell durchgeführt oder übergepflegt wird, kann dies allerdings eine langwierige und schmerzhafte Sache werden. Beim Piercen reagiert der Körper mit der Ausschüttung von körpereigenen Betäubungsstoffen (Endorphinen) und (Adrenalin), so brauch man eigentlich in der Regel gar kein weiteres Betäubungsmittel. Damit du diese natürliche Körperfunktion nicht austrickst, solltest du vor dem Piercen jede Art von Drogen wie Schmerzmittel und Alkohol etc. meiden. Sie würden deine Schmerzempfindlichkeit und die Blutungsneigung beim Durchstechen des Körpers nur unnötig verstärken. Du solltest dich körperlich fit fühlen, ausreichend geschlafen und gegessen haben.

 

Das Piercing an sich ist schnell gestochen, sollte aber nicht voreilig gemacht werden, schon gar nicht ohne genaues Fachwissen über die Dermis, Anatomie, Sterilisation, Material und Wundheilung. Piercingschmuck und Arbeitsmaterialien (außer Einwegmaterialien) werden vorher in einem Sterilisator keimfrei gemacht. Die Piercingstelle, an der das Piercing angebracht werden soll, wird zuerst mit einem Hautdesinfektionsmittel behandelt. Anschließend wird die Haut -im Schleimhautbereich- mit einem Oberflächenanästhetikum betäubt. Die Stelle, an der das Piercing plaziert wird, markieren wir mit einem kleinem Punkt. So kannst du mit einem Spiegel den Sitz des Piercings noch einmal vor dem Piercen überprüfen. An einigen Körperstellen wird die Hautfalte auch mit einer speziellen Piercingzange gehalten. Nun wird die Haut an der markierten Stelle blitzschnell mit einer Braunüle durchstochen. Eine Hohlnadel (Kanüle) ist zwar billiger, dennoch macht sie zu große Löcher. Das Schmuckstück wird in den Aufsatz eingehängt und durch den Stichkanal nachgeführt.


Dabei treten manchmal leichte Blutungen auf, die jedoch nach kurzer Zeit wieder aufhören.

Körperschmuck in Form von durch die Haut gestochenen (engl.: Piercings) und dadurch am Körper befestigten Schmuck, gibt es ähnlich wie bei Tattoos, schon seit tausenden Jahren und rund um den Globus. Schon die alten Inka und Azteken (Südamerika) hatten Ohrpflöcke als Zeichen eines hohen Sozialstatus. Auch die Ägypter trugen Piercings, z.B. Bauchnabelringe als Zeichen des Adels. Die römischen Centurios trugen Brustwarzenringe als Ausdruck ihrer Männlichkeit und ihres Mutes, angeblich sogar zur Befestigung ihrer kurzen Umhänge. Inuit (Eskimos) trugen aus rituellen Gründen Wangenpiercings mit Walfischknochenscheiben. Bekannt sind auch einige afrikanische Volksstämme, die sogenannte Labrets zu Tellerlippen weiten und dadurch das Ansehen im Stamm erhöhen. Im Mittelalter trugen Frauen der höheren Gesellschaft Brustwarzenringe als Modeaccessoires. Die Männer dagegen trugen oft einen Penis Ring, um ihren Penis an den Körper anzulegen, damit er sich in den damals modernen, sehr engen Beinlingen nicht abzeichnete. Daher soll auch der Name dieses Piercings stammen. Prinz Albert, Gatte der Königin Viktoria von England XIX. soll ihn erfunden haben. Piercings hatten fast immer ausschließlich religiöse Gründe. So stehen z.B. Ohrpiercings für umfassende Information und Piercings am Mund für Mitspracherecht. Der Nasenschmuck dagegen steht für ein sicheres Gespür. Außerdem diente der Schmuck als Schutz vor dem Eindringen böser Geister und gegen das Entrinnen der Seele aus dem Körper.

 

Fast alle heute benutzten Piercings sind bei diesen Völkern abgeschaut.

Die Pflege meines frischen Piercings

Das Wichtigste nach dem Piercen ist die richtige Hygiene und die richtige Pflege des gepiercten Areals. Durch den eingesetzten Schmuck ist diese offene Stelle ein Angriffspunkt für Bakterien und Viren und zwar so lang, bis der Stichkanal vollständig verheilt ist. Darum solltest du niemals mit ungewaschenen Fingern dein frisches oder nicht verheiltes Piercing berühren. Merke: es ist deine Gesundheit, handle also nicht fahrlässig!

  • Keine unnötige Berührung oder Bewegung des frischen Piercings
  • Keine Berührung mit ungewaschenen Fingern
  • Niemals den Schmuck bewegen, ohne Krusten oder Absonderungen vorher durch Waschen zu entfernen
  • Keine blutverdünnenden Medikamente (Aspirin, ASS, etc. vorallem Makroma oder Falidrom) für ca. 2 Tage einnehmen
  • Keinen Druck und Reibung (Kleidung, Gürtel, etc.) an der gepiercten Stelle
  • Sauna, Baggersee, Schwimmbad und Wannenbäder sind die komplette Verheilzeit gestrichen

Grundsätzliches

Bitte niemals die Piercingstelle zuerst waschen; erst dich waschen, dann die Piercingstelle.

  1. Duschen ist angesagt, erst den Kopf dann Körper und die Beine, zum Schluss die gepiercte Stelle.
  2. Durch den Wasserlauf beim Duschen wird nicht nur der Körper nass, auch die Wundkruste an der gepiercten Stelle wird weich.
  3. Ja, Seife oder Duschgel ist kein Problem, der Körper kann das sehr gut ab und bildet Abwehr gegen die Stoffe.
  4. Bitte niemals an dem Piercing drehen. Es ist völliger Schwachsinn, dass ein Piercing, welches keine Wunde besitzen kann und glatt ist, am Körper fest wächst.
  5. Jeder, der nachdenkt, weiß, dass man an Wunden niemals herumspielt. Die Wunde öffnet sich wieder und das Resultat ist eine Entzündung.
  6. Ebenso ist es mehr falsch ein Antimittel auf die gepiercte Stelle zu sprühen, wenn diese nicht entzündet ist. Dadurch werden Bakterien zerstört, vor allem solche, die euch vor Angriffe schützen....nämlich eure. In 14 Tagen bis spätestens 21 Tagen sollte euer Stichkanal verheilt sein.

Haut- und Knorpelpiercings

Vernachlässige dein Piercing, spiele niemals in der Heilphase daran herum! Wenn du duschen gehst, werden zuerst die Hände gründlich gewaschen. Es ist ein gebräuchliches Duschgel zu verwenden. Danach solltest du die gepiercte Stelle mit Wasser gut abspülen. Bitte verwende nur Medikamente wie Oktanisept, wenn du eine wirkliche Entzündung bekommst.

Zungenpiercing

  • Bitte nicht die ersten 10 Minuten rauchen.
  • Meide Rohmilchprodukte, Nassgemüse (Gurken, Tomaten etc.) und Früchte (Äpfel, Apfelsinen, Nektarinen etc.). Fruchtsäfte bitte nur 50/50 mit Wasser verdünnen

 

Dein Zungenpiercing solltest du die ersten Tage nicht als Spielzeug verwenden, also spiele und rede so wenig wie möglich. Denke daran, es ist ein Gewicht, was die Zunge noch nicht gewöhnt ist. Wenn die Zunge doch geschwollen ist, bitte nie einen Eiswürfel lutschen, eher ein abgepacktes Wassereis kaufen und links oder rechts neben dem Piercing lutschen, nicht auf dem Piercing. Das hält die Schwellung in Grenzen. Nach 14 Tagen kannst du dann zum Wechseln erscheinen.

Intimpiercing

  • Es besteht nicht wirklich beim Sex ein Problem, wie viele euch weiß machen wollen, doch bitte immer vorher waschen, damit es geschmeidig ist, und natürlich vorsichtig sein :-)
  • Nicht mit ungereinigten Händen die gepiercte Stelle berühren

 

Auch beim Piercing im Intimbereich ist Sauberkeit absolutes Muss. Die Pflege ist ähnlich der des Hautpiercings. Bitte auch hier keine antiseptischen medikamentösen Sprays verwenden. Schleimhäute reagieren sehr empfindlich auf Desinfektionsmittel. Auch hier gelten die gleichen Regeln wie beim Hautpiercing. Bitte nicht Baden, bitte nur Duschen.

Und was noch

Das, was man so Verheilung nennt, ist ein Vorgang der im Medizinischen „Epithelisierung“ heißt. Das heißt nichts anderes als Hautwachstum. Durch den Stichkanal wächst von außen nach innen Haut und zwar ungefähr 1mm in 5 Tagen. Solange dieser Vorgang nicht abgeschlossen ist, sollte der Erstschmuck nicht entfernt werden, weil sich der Stichkanal sonst innerhalb weniger Stunden wieder verschließt. Ein Wiedereinsetzen des Schmuckes, ohne neu zu piercen, ist dann nicht möglich.


Auch ein vollständig abgeheiltes Piercing benötigt von Zeit zu Zeit deine Aufmerksamkeit. In so einem Hautkanal sammelt sich alles mögliche an, wie abgestorbene Hautzellen, Schmutz und Talg. Durch den Zersetzungsprozess dieser Ablagerungen kann sich auch ein bereits verheiltes Piercing erneut entzünden oder unangenehm riechen. Deshalb sollte ein verheiltes Piercing hier und da mit Wasser und Seife oder Duschgel gespült werden. Sollte sich dein Piercing einmal entzünden, nimm es auf keinen Fall heraus. Der Entzündungsherd könnte sich einkapseln und eventuell entstandener Eiter kann nicht mehr abfließen. In einem solchen Fall wende dich bitte an deinen Piercer oder an einen Arzt, der sollte jedoch schon etwas Erfahrung mit Körperschmuck besitzen.

Solltet Ihr eines Tages euren Schmuck nicht mehr tragen wollen, gibt es ein paar Dinge zu beachten:

Es wird sehr lange dauern, bis diese Öffnung sich ganz verengt hat, doch zuwachsen ohne wund zu sein kann es nicht.
Verschiedene Stellen können sich so weit zusammenziehen, dass Ihr den Schmuck nicht mehr alleine einsetzen könnt. Ihr solltet dann schnellstens euren Piercer aufsuchen, da dieser euch noch helfen kann den Schmuck ohne Probleme wieder einzusetzen. Speziell für Röntgenuntersuchungen oder Zahnbehandlungen gibt es Schmuck aus PTFE zum Einsetzen, der von vielen Ärzten toleriert wird, aber es ist nicht nötig Geld für solche Extrapiercings auszugeben, wenn ihr diesen nach dem Röntgen oder dergleichen bald wieder einsetzt.
Fragt euren Piercer, er wird euch beraten und euch dahingehend helfen.

 

Wichtig: Niemals den Schmuck entfernen, wenn sich die betreffende Stelle entzündet hat.
Dies kann zu schweren Komplikationen führen. Entfernt man den Schmuck aus einer vereiterten Wunde und schafft keine Möglichkeit zum Abfließen für diesen, kann es zu einer Verkapselung kommen, die unbedingt ärztlich behandelt werden muss!

 

Deshalb noch einmal: bei Problemen mit dem Piercing immer erst den Piercer fragen!

Piercing - ist das teuer?

Auch hier gilt der Grundsatz "vergleiche & spare ", aber nicht an der falschen Stelle. Zwar können die Studios ihre Preise selbst festlegen, aber qualitativ hochwertiger Schmuck kostet uns Piercer im Ankauf schon etwas mehr. Deshalb überlege dir, ob das scheinbar unschlagbar preiswerte Angebot dir in Wirklichkeit nicht teuer zu stehen kommt. Denn oft habt Ihr es dann mit minderwertigem Material zu tun, das eurem Körper nur schaden dürfte.

Wir versuchen unsere Preise moderat zu halten, sodass diese für alle erschwinglich bleiben. Deshalb liegt unser Standardpreis für das reine Lochstechen bei 15 €.

Wir verwenden ausschließlich folgende Materialien : Ersteinsatz prinzipiell Titan oder PTFE/Teflon, nur allergiefreies Material.

Art Beschreibung Preis
     
Piercing Augenbraue mit Ring o. Stab 30,00 Euro
Piercing Nase mit Stick oder Ring 30,00 Euro
Piercing Nasenrücken mit Stab 30,00 Euro
Piercing Ohr -einfach- mit Ring o. Stab 30,00 Euro
Piercing Ohr -Doppelloch Langhantel 40,00 Euro
Piercing Lippe mit Ring o. Labret 30,00 Euro
Piercing Lippenbändchen mit Ring /mit Stein 30,00 Euro/ 35,00 Euro
Piercing Zunge mit Hantel inklusive Wechsel 45,00 Euro
Piercing Bauchnabel mit Piercing / mit ZWEI Steinen 35,00 Euro/ 45,00 Euro
Piercing Brust mit Ring o. Hantel /mit Stein 30,00 Euro/ 35,00 Euro
Piercing Intim mit Ring oder Hantel /mit Stein 30,00 Euro/ 35,00 Euro
Piercing PA mit 2,6mm bis 3,0mm Ring 55,00 Euro


Für jedes weitere Piercing gibt es 5,00 EUR Rabatt