Erst einmal etwas Grundlegendes :
Lasst euch genügend Zeit bei der Wahl eures Tätowierers!
Seht euch ruhig in verschiedenen Studios und auf Conventions um. Lest einschlägige
Zeitungen, Broschüren und Fachliteratur, sprecht mit Freunden und Bekannten
und lasst euch ihre Erfahrungen erzählen. Macht eure Entscheidung
für oder gegen einen Tätowierer bloß nicht vom Preis abhängig!
Wichtiger sind da schon Kriterien wie Qualität und Hygiene. Eine unsachgemäß
und unhygienisch durchgeführte Tätowierung kann zur Gesundheitsgefahr
werden. Also seid anspruchsvoll, was diese beiden Punkte betrifft! Sie sind
das A und O!
Vertraut Euch nur solchen Tätowierstudios an,
die eine Gewerbeanzeige nachweisen können,
die einen sauberen Arbeitsplatz vorweisen können,
die sterilisierte Bestecke oder sterile Einmalbestecke verwenden,
die einen funktionsfähigen Sterilisator -Autoklave- besitzen, dessen Funktionsfähigkeit
durch Qualitätskontrollen nachgeprüft und dokumentiert ist (Abwischen
mit Desinfektionsmittel macht nicht steril),
die sich vor jedem neuen Kunden die Handschuhe wechseln,
die eure Haut vor Beginn desinfizieren,
die für jeden Kunden neue Farbe in Einmalnäpfchen füllen.
Verdünnte Farben verblassen Jahr für Jahr, achtet darauf das der Tätowierer kein Wasser in dein Tattoo einmischt.
Seit besonders kritisch bei Tätowier- und Piercingangeboten in Discos,
auf / bei Vereinsfesten oder privaten Partys. Dort wird oftmals unter unhygienischen
Voraussetzungen tätowiert oder gepierct.
Hier findet Ihr alles noch einmal aus medizinischer Sicht: Uni Düsseldorf
Vor Arbeitsbeginn muss der Tätowierer neue Nadeln in seine Maschine einsetzen.
Nadeln und Führungen müssen in einem sterilen Behälter aufbewahrt
werden, und der Tätowierer muss; in jedem Fall ein Autoklav
für die Sterilisation verwenden. Alle Gegenstände, die mit eurer Haut
in Berührung kommen, müssen Einwegprodukte oder steril sein, die nach jedem Kunden
ausgewechselt werden müssen. Achtet darauf, dass der Tätowierer
die Vaseline nicht mit der Hand, sondern mit einer Spachtel oder Handschuh aufträgt und
für jeden Kunden frische Farbtöpfe verwendet.
»Geht das weg, wenn du dich wäschst?« - diese Kinderfrage kennt
jeder Tätowierte. »Nein, das kann man nicht abwaschen, das bleibt«
ist dann die geduldige Antwort. »Warum?« Tja, warum eigentlich?
Wieso sind Tattoos »für immer«? Oder gibt es auch Tattoos,
die wieder verschwinden? Wie war denn das noch mal mit den verschiedenen Hautschichten,
wie funktioniert eigentlich eine Tattoo-Maschine, und wer hat das Tätowieren
überhaupt erfunden?
Tätowierungen sind so alt wie die Menschheit. Tattoos wurden nicht an einem
bestimmten Ort erfunden, sondern praktisch überall auf der Welt früher
oder später von Menschen »entdeckt«. Denn Tätowierungen
funktionieren ziemlich einfach: Über eine Wunde gelangen Farbpartikel in
eine bestimmte Hautschicht, wo sie nach Abheilen der Wunde sichtbar bleiben.
Jeder, der sich in der Schule mal versehentlich mit dem Tintenfüller gestochen
hat, kennt das Prinzip; es bleibt ein kleiner Tintenpunkt zurück, der nichts
anderes ist als eine Tätowierung.
Schon
vor vielen tausend Jahren haben sich solche unbeabsichtigten Tattoo-Unfälle
in verschiedenen Variationen unter den Menschen der Steinzeit ereignet. Einem
Mann fällt die Knochenahle, die er zum Durchstechen von Fellen benutzt,
in die Asche seiner Feuerstelle. Als er das spitze Werkzeug aus der Asche nehmen
will, sticht er sich an der verschmutzten Spitze; genau wie bei dem Schüler,
der sich an seinem Schreibgerät verletzt, bleibt ein schwarzer Punkt in
der Haut zurück.Einen anderen Steinzeitmenschen plagen arge Schmerzen im
Knie. Der Medizinmann hat eine Paste aus schmerzlindernden Kräutern, die
er ihm auf das entzündete Gelenk streichen kann. Damit die Kräuter
besser wirken, ritzt der Medizinmann die Haut des Mannes um das Knie herum an,
bevor er die Paste einreibt. Die Schmerzen werden schneller gelindert, doch von den Farbstoffen
der Pflanzenpaste bleiben Striche zurück, dort wo der Medizinmann die Haut
geritzt hat.
Das sind nur zwei von unendlich vielen Möglichkeiten, wie Menschen erkannt
haben können, dass man die eigene Haut dauerhaft einfärben kann.
Genau so vielfältig wie die Art, Tätowierungen zu »entdecken«,
waren auch die ersten Anwendungen von Tätowierungen. Der Mann mit der Steinahle
wird sich vielleicht aus Neugier oder reinem Spaß am neu Entdeckten noch
weitere Asche-Punkte in die Haut gestochen haben, um sich zu verzieren. Andere
Menschen erkannten, dass die schwarzen Zeichen durch Heilbehandlungen wie
die oben Beschriebene oder auch durch Akupunktur mit verschmutzten Werkzeugen
entstanden, und schrieben nicht nur der Behandlung selbst, sondern auch den
in der Haut verbleibenden Strichen und Punkten heilende und schützende
Wirkung zu. Die mit sehr einfachen Tätowierungen (Kreuze und kurze Striche)
versehenen Körperstellen der in Südtirol gefundenen Gletscher-Mumie
»Ötzi« stimmen beispielsweise mit Akupunkturpunkten überein,
die auf die von Arthrose befallenen Gelenken des Gletschermannes wirkten.
Im Laufe der Jahrtausende verfeinerten sich die Techniken des Tätowierens.
Es wurden spezielle Geräte und Werkzeuge für diesen Zweck entwickelt
und man fand heraus, welche Farbstoffe sich am besten zum Tätowieren eignen.
Das Grundprinzip ist bei allen Tätowiertechniken dasselbe: Die Haut muss
verletzt werden, und es muss Farbe in die Haut eingebracht werden. Bei
den meisten Völkern hat sich das Stechen von Tätowierungen durchgesetzt,
da es die exaktesten Muster zulässt. Es gibt aber auch die Möglichkeit,
die Haut mit einem Messer zu ritzen um anschließend Farbe einzureiben
oder einen in Farbe getränkten Faden mit einer Nadel unter der Haut durchzuziehen,
wie es die Inuit im Norden Alaskas praktizierten.
Traditionelles Tätowieren in Thailand, Borneo und Japan:
Hand-Tattoos in verschiedensten Techniken
In vielen Kulturen wird das Tätowiermuster mit einer Art kleiner Hacke in
die Haut geklopft. Das eigentliche Tätowierwerkzeug besteht aus einem Stab,
an dem vorne ein spitzer Gegenstand im rechten Winkel befestigt ist. Bei den
Stämmen Borneos sind das Nadeln oder auch Pflanzendorne, auf Samoa finden
hier teilweise recht breite, spitz zugeschliffene Kämme aus Schildkrötenpanzern
Verwendung. Mittels eines weiteren Stockes wird die kleine Hacke entlang des
Tattoo-Musters in die Haut geschlagen.
In anderen Kulturen verwendet man verschiedenste Arten von Sticheln zum Tätowieren.
In Thailand bringen Mönche buddhistische Tätowierungen mit langen,
zugespitzten Stäben an. In Japan sind die Stichel etwas kürzer, je
nach Tätowierer variiert die Länge der Werkzeuge, die ähnlich
wie ein Billardqueue gehandhabt werden, zwischen 20 und 30 Zentimetern. Hierzulande
bedienten sich Seeleute oft einfacher Nähnadeln, um sich Motive wie Kreuz,
Herz und Anker für »Glaube, Liebe, Hoffnung« in die Arme zu
»stippeln«, wie diese Art von Tätowieren genannt wurde.
Im Zeitalter der Entdeckungen und Erfindungen konnte schließlich auch die
Entwicklung einer elektrischen Tätowiermaschine nicht ausbleiben. Thomas
Edison hatte den Vorläufer einer Tattoo-Maschine, seinen »Stencil
Pen« von 1877, ursprünglich als Gravurgerät konzipiert. Erst
einige Jahre später entwickelte Samuel F. O'Reilly ein Gerät,
das am achten Dezember 1891 als »Tattooing Machine« patentiert wurde.
Archaisch: Die erste Tattoomaschine. Patentzeichnung von Samuel F. O'Reilly.
In den letzten Jahrzehnten hat sich Aussehen und Funktionsweise der »Tattoo-Guns«
kaum verändert.
Die meisten heutzutage gebräuchlichen Tätowiermaschinen funktionieren
im Prinzip genau wie eine altmodische Türklingel. Durch Elektromagnetismus,
erzeugt von zwei Spulen, wird bei der Türklingel ein Klöppel in rascher
Abfolge auf einen kleinen Gong gehauen, und es entsteht das uns allen noch aus
Schulzeiten vertraute Klingelgeräusch. Bei der Tätowiermaschine ist
es dagegen kein Klöppel, der auf- und abbewegt wird, sondern eine Stange
an deren Ende die Tätowiernadeln angelötet sind. Je nach Maschine
und Tätowiertechnik (Linien, Schattierungen) bewegt sich die Nadelstange
einige hundert bis mehrere tausend Mal auf und ab. Durch diese schnelle Auf-
und Abbewegung der Nadeln kann die Tätowiermaschine ähnlich einem
Kugelschreiber oder Buntstift über die Haut gezogen werden. Beim Tätowieren
wird übrigens entgegen eines weit verbreiteten Irrglaubens keine Hohlnadel
benutzt, durch die die Farbe in die Haut fließt, vielmehr wird die Farbflüssigkeit
durch Kapillarwirkung zwischen mehreren sehr feinen Nadeln gehalten, die am
Ende der Nadelstange angelötet sind.
Wie kommt es aber, dass die Tätowierfarbe nicht im Zuge der Heilung wieder
vom Körper abgestoßen wird, sondern sichtbar zurückbleibt? Tatsächlich
wird wirklich ein großer Teil der Farbe mit dem Wundschorf, der sich nach
einigen Tagen bildet, wieder vom Körper ausgeschieden. Viele, die sich
zum ersten Mal tätowieren lassen, befürchten in dieser Phase der Heilung,
dass ihr Tattoo sich komplett abpellt. Aber keine Angst, es bleibt genug
Farbe in der Haut zurück, um das Motiv deutlich hervortreten zu lassen.
Ein Schnitt durch die Haut: Tätowierpigmente werden in den Fibroplasten
der mittleren Hautschicht, der Dermis, eingelagert.
Beim professionellen Tätowieren gelangt die Farbe entlang der einstechenden
Nadel in zwei der drei Hautschichten des Menschen; in die Oberhaut, die sog.
Epidermis, und in die darunterliegende Lederhaut, die Dermis oder auch Cutis.
Sticht ein Tätowierer zu tief, in die Unterhaut (Subcutis), so kommt es
durch die stärkere Durchblutung dieser dritten Hautschicht zu hässlichen
Verläufen, die sich als blau-grüne Schatten neben der eigentlichen
Linie abzeichnen und für Laientätowierungen typisch sind. Die Farbpigmente,
die später als Tätowierung erkennbar sind, werden ausschließlich
in der mittleren Hautschicht eingelagert, und zwar im Zelltyp der Fibroplasten.
Die Farbpartikel, die zwangsläufig auch in die obere Hautschicht gelangen,
werden zum Teil mit dem Wundschorf abgestoßen, teilweise mit der Regeneration
der Epidermis ausgeschieden. Die Epidermis erneuert sich ständig und bildet
sich innerhalb von vier Wochen komplett neu. Auf diese Weise verschwinden auch
Henna-Bemalungen, deren Farbstoff lediglich in die oberste Hornschicht der Epidermis
eindringt, nach spätestens vier Wochen völlig. Von vielen Kosmetik-Studios,
die sogenannte Bio- oder auch Temptoos anbieten, wird behauptet, dass diese
Bilder, die nach einigen Jahren wieder verschwinden sollen, lediglich in die
Oberhaut, also die Epidermis, gestochen werden. Doch würden die Farbpigmente
dieser Kosmetik-Tattoos tatsächlich nur die Oberhaut einfärben, müssten
sie mit der natürlichen Regeneration der Epidermis nach einem Monat wieder
verschwunden sein. Alles, was länger als einen Monat deutlich sichtbar
in der Haut zurückbleibt, liegt also in der Dermis und wird dort dauerhaft
eingelagert.
Ist es also völlig unmöglich, dass Tattoos verschwinden? Nicht ganz,
denn durch Laser-Bestrahlung ist es möglich, Farbpartikel wieder aus den
Zellen zu »sprengen« in die sie zuvor eingelagert waren; die Zellbruchstücke
und die Farbpigmente werden dann durch die Blutbahn sowie durch das Lymphsystem
abtransportiert. Die Tätowierung verschwindet somit, in den Lymphknoten
bleiben aber - natürlich von außen nicht sichtbar - ein Leben lang
Pigmentrückstände nachweisbar. Aus diesem Grund ist es auch nicht
ratsam, eine Tätowierung im Falle einer (heutzutage sehr seltenen) Allergie
gegen bestimmte Tattoo-Farben weglasern zu lassen, denn die Allergie auslösenden
Stoffe verbleiben bei dieser Methode im Körper, wo sie weiterhin allergische
Beschwerden verursachen können.
Aber tatsächlich gibt es Fälle, in denen unter bestimmten Umständen
im Laufe einiger Jahre tätowierte Hautstellen auch ohne Laserbehandlung
wieder vollständig ihren ursprünglichen, natürlichen Hautton
zurückgewinnen. Das passiert, wenn Tattoofarben minderer Qualität
zum Einsatz kommen, die unter intensiver UV-Einwirkung, also durch Sonnenlicht,
ausbleichen. Bei manchen älteren Tätowierten, die sich vor Jahrzehnten
flammend rote Tattoos auf die Unterarme stechen ließen, ist heutzutage
kaum noch etwas von der roten Farbe zu sehen. Allerdings verschwinden die Farben
bei diesem Prozess des Ausbleichens nicht gleichmäßig, und es
lässt sich auch unmöglich vorhersagen, innerhalb welcher Zeit
ein derart sonnenbestrahltes Tattoo bis zu welchem Grad ausbleicht. Es verblassen
dabei, wenn überhaupt, auch nur bestimmte Farben wie Rot oder Gelb völlig.
Zwar verliert auch Schwarz durch UV-Licht über lange Zeiträume an
Intensität, völlig verschwindet es aber nie.
Auch an gut gestochenen Tattoos, bei denen qualitativ hochwertige Farben zum
Einsatz kommen, nagt bis zu einem gewissen Grad der Zahn der Zeit. Direkt nach
dem Stechen und auch nachdem der letzte Schorf abgefallen ist, scheinen einige
Tattoos vor Farbintensität regelrecht zu leuchten, doch dass die oft
sehr intensiven Farben und das tiefe Schwarz besonders in den ersten Monaten
um einige Nuancen blasser werden, lässt sich nicht vermeiden. Wie
gut sich das Tattoo darüber hinaus »hält«, liegt zu einem
großen Teil an der Pflege; wer UV-Licht meidet oder zumindest seine Tätowierung
beim Sonnenbaden mit Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor oder Sunblocker
schützt, wird auch in Jahren und Jahrzehnten noch Freude an seinem Tattoo
haben.
Im Duden steht Folgendes :
TAT|TOO [te´tu:] <tahit.-engl.> der od.
das; -s, -s;|Tätowierung
tä|to|wie|ren <tahit.-engl.-fr.>: Muster od. Zeichnung mit Farbstoffen
in die Haut einritzen.
Tä|to|wie|rung die; -, -en: 1. das Tätowieren, 2. auf die Haut tätowierte
Zeichnung.
Wer Interesse hat, kann sich hier etwas eingehender über die Haut und die Hauttypen
informieren. Es soll etwas Einblick geben, in die Funktionsweise beim Piercen
& Tätowieren.
Wie sollte man sein gerade frisch erhaltenes Tattoo nun eigentlich pflegen, damit
man auch noch in Jahren Freude an seinem Bild hat?
Wie in vielen anderen Fällen streiten sich in diesem Punkt natürlich auch
die Gemüter auf das Heftigste und jeder empfiehlt etwas anderes. Leute,
die sich schon länger tätowieren lassen, haben sicher auch schon so
einiges ausprobiert. Und jeder ist bei einer bestimmten Pflege geblieben, die
bei ihm zu den besten Ergebnissen geführt hat. Tatsache jedoch ist, dass;
eine korrekte Nachbehandlung einer frisch erworbenen Tätowierung im eigenen
Interesse ein absolutes Muss sein sollte. Auch vor dem Tätowieren
sollte man so einige Sachen beachten, damit der Tätowierprozess für
alle Parteien zu einem lustigen und ruhigen Ablauf wird. Beachte, dass; das
Tätowieren Stress für den Körper bedeutet. Um diesen Stress
möglichst gering zu halten, solltest du Folgendes bedenken:
Komme gut ausgeschlafen und relativ entspannt zu deinem Wunschtermin.
– Esse dich eine Stunde vor dem Termin noch einmal richtig satt. Du solltest
auf gar keinen Fall mit nüchternen Magen erscheinen, da es zu Kreislaufproblemen
kommen kann.
Zu dem Termin sollte man keinen Alkohol und keine Drogen konsumieren, weil du dann nicht für Zurechnungsfähig angesehen werden kannst..
Falls du an deiem Arbeitsplatz mit Schmutz, Staub (z.B. Gips, Zement, Mehl),
Blut, Schmiermittel, Öl, Säuredämpfe, Säure, hohen Temperaturen,
Chlorwasser Kontakt haben solltest, versuche deinen Termin in deinem Urlaub
zu planen. Ist dies nicht möglich, sage das deinem Tätowierer, der
dir dann gesonderte Pflegehinweise geben wird.
Plane deinen Termin nicht kurz vor einem Urlaub, wenn du in Regionen fahren
willst, wo dein frisches Bild mit starker Sonneneinstrahlung in Berührung
kommt.
Informiere deinen Tätowierer über eventuelle Allergien oder bringe
gegebenenfalls deinen Allergiepass mit. Wenn du HIV-positiv bist oder Hepatitis
haben solltest, sage das vor deinem Termin.
Unsere Arbeit ist steril und keimfrei und wir haben einen hohen Hygienestandard.
Doch auch du solltest deinen Beitrag dazu leisten: du solltest geduscht sein
und saubere Kleidung tragen, weil Schweiß und Schmutz auf der Haut hervorragende
Brutstätten für Bakterien sind.
Falls du Epilepsie, Hämophilie oder Diabetes haben solltest oder hochschwanger
bist, solltest du mit deinem Tätowierer ein Gespräch suchen, bevor du dich tätowieren lässt!
Tattoos sind für immer und können dein Leben lang gut
aussehen, wenn sie nicht mit verdünnter Farbe angefertigt werden.
Gehen wir nun mal davon aus, dass du deine Tätowierung nun erhalten hast.
Jetzt solltest du die folgenden Punkte genau befolgen, da es aufgrund von nachlässiger
oder falscher Pflege zu einer schlechten Abheilung führen kann, unter der
die Qualität des Bildes sehr leiden kann.
Das frisch erstellte Bild ist nun mit einem provisorischen Verband versorgt
worden, (Vaseline und mit Zewa abgedeckt) damit vorerst keine Keime und kein Dreck an die Tätowierung kommt.
Nun haben die Poren Zeit, sich ohne äußere Einflüsse von innen
zu schließen und noch einmal Wundwasser aus der leichten Wunde zu drücken.
Das sammelt sich in dem Verband zusammen mit der vorher aufgebrachten Vaseline.
Entferne nach 4-6 Stunden denn Verband, indem du dich den Verband mit Wasser
tränkst, den Verband und das Verbandsmaterial nass machen und nach 5min.
vorsichtig ablösen. Danach die frische Tätowierung zweimal kurz hintereinander
vorsichtig mit kühlem Wasser und Seife ca 1 Minute waschen. Nehme dazu am besten flüssige
Seife, wenn solche vorhanden ist. Ansonsten macht es auch ein Duschbad oder
Shampoo. Benutze auf keinen Fall zum Abwaschen einen Waschlappen, sondern nur
deine Hände! Waschlappen sind zu rau dafür und reizen die Wunde erneut!
Die ganze Sache kurz mit kaltem Wasser abspülen und mit deiner abgetrockneten Hand durch einmal rüber wischen dein Tattoo abtrocknen.
Denselben Tag noch mehrmals auf dieselbe Weise abwaschen, um die noch
manchmal aus dem Tattoo austretenden Wundwasserperlen loszuwerden. Diese bilden
sonst nur unnötig Schorf (Grind). Nach dem das Tattoo gewaschen und etwas
trocken ist, bitte nur ganz dünn mit Vaseline -Bitte keine Wund & Heilsalbe- leicht
einfetten. Bitte über Nacht die Wunde DICK mit Vaseline eindecken und ein
Baumwolltuch (T-Shirt Ärmel oder der gleichen) auflegen, damit du nicht
in deinem Laken kleben bleibst.
An darauf folgenden Tagen ist genau so zu verfahren, bis das Tattoo nicht
mehr nässt. Eine Vaseline bekommst Du in fast jedem Geschäft, achte vor allem darauf, dass die Vaseline aus der
Apotheke meistens unerwünschte Zusätze haben. Bitte nicht Kratzen oder Herumpulen!
Du schaffst dir sonst eine Wunde und entfernst damit Farbpartikel aus deinem
Tattoo, die dann der Tätowierung fehlen werden. Bei Juckreiz schafft kaltes
Waschen und leichtes Eincremen Abhilfe.
Nach ca. 3-7 Tagen beginnt sich die Schutzhaut über der Tätowierung
wie ein Sonnenbrand herunterzupellen. Die angestochenen Hautpartien beginnen
sich abzulösen. Darunter kommt eine stark glänzende Haut (Babyhaut)
zum Vorschein. Diese ist die erste neu gebildete Haut über der frischen
Tätowierung, unter der die eingestochenen Farbpigmente deutlich zu sehen
sind.
Bedenke: Haut zieht Feuchtigkeit, vermeide Vollbäder, wobei das
Bild Gefahr laufen würde, aufzuweichen und aufzuquellen. Das könnte
Farbverlust bei der Tätowierung verursachen.
Auch keine Sauna, Chlorbäder und Schwimmhallen, bevor das Tattoo nicht
verheilt ist.
Eine frisch gestochene Tätowierung ist wie eine Wunde zu behandeln! Also
gehe in den ersten Tagen vorsichtig damit um! - Für mindestens 4 Wochen
kein Solarium und keine Sonneneinstrahlung. Denke auch danach noch an ausreichend
Sonnenschutzcreme gegen die UV-Strahlung.
Höre bitte
nicht auf die vielen Leute, die über Nacht Experten geworden sind und
die Anweisungen ohne jegliche Kenntnis geben wollen! Diese schaden meist mehr
als sie helfen. Befolge bitte nur die Anweisungen deines Tätowierers,
weil uns deine Gesundheit sehr am Herzen liegt! Leider können wir nach
dem Verlassen unseres Studios nicht kontrollieren, wie ernst du es mit der
Nachbehandlung nimmst. Aus diesem Grund wirst du ganz auf eigene Gefahr tätowiert.
Wund & Heilsalben beinhalten Stoffe, welche für die schnelle Neubildung von Hautzellen verantwortlich sind, dabei bedenke, du willst doch deine Farbigen Hautzellen behalten oder?
Verwende niemals die Frischhaltefolie, deine Haut hatte durch das Tattoo genug Stress, du musst sie nicht noch im Nachhinein versuchen zu ersticken.
Die Haut muss atmen, nicht nur das, durch die Folie -Wärme und Schweiss- bildet sich ein Nährboden für Bakterien.
Die Frischhaltefolie ist eher für Totes-Fleisch gedacht, nicht für eure lebendige Haut.
Eine Wunde entsteht, wenn Gewebe beschädigt
bzw. zerstört wird.
Zerstörte Zellen sind der Auslöser für eine Entzündungsreaktion,
die für die Aktivierung der körpereigenen Abwehr von Bedeutung ist.
Bei einer Tätowierung werden jedoch keine Zellen zerstört, sondern
nur leicht verletzt, daher wird sich das frische Bild auch nicht entzünden.
Durch die leichte Verletzung kommt es im betroffenen Areal zu
einer leichten Rötung und Erwärmung der Haut.
Sie sind Zeichen einer gesteigerten Durchblutung. Mit dem Wundsekret kommen auch
vermehrt Zellen der Immunabwehr in den Bereich der Wunde. Die leichte Schwellung
des tätowierten Bereiches ist Zeichen eines "Wundödems",
bei dem es zu etwas vermehrter Wassereinlagerung in dem unter der frisch tätowierten
Haut befindlichen Gewebe kommt. Das führt zu einer kleinen "Schonhaltung".
Das hört sich alles ziemlich radikal an, ist es aber nicht! Die leichte
Verletzung des tätowierten Bereiches sorgt auch für die Bildung
von Exsudat. Als Exsudat wird der vermehrte Austritt von Flüssigkeit
und Zellen aus dem Blut- und Lymphgefäßen bezeichnet. Wundexsudat
enthält bis zu 6mal mehr Leukozyten, als normales Blut. Sie reinigen
die Wunde, stimulieren die Heilung und die Immunabwehr. Exsudat wird gelegentlich
auch als Wundsekret bezeichnet. Ein feuchtes Wundmilieu unterstützt die
Wundheilung. Eine anfängliche leichte Entzündung ist KEINE Infektion,
sondern nur eine normale Reaktion der Haut, um den Abheilprozess zu aktivieren!
Sie aktiviert in verstärktem Maße die unspezifische und die spezifische
Immunabwehrreaktion der Leukozyten.
Die Phagozyten der allgemeinen Abwehr beginnen
umgehend damit, Fremdkörper zu vernichten. Die Lymphozyten, als Bestandteil
der spezifischen Immunabwehr, neutralisieren spezifische Erreger. Die Farbpigmente
professioneller Studiofarben werden nicht als Fremdkörper erkannt, weil
es sich hierbei um hautverträgliche Naturstoffe handelt. Diese werden
von der Haut ohne Probleme "akzeptiert". Physiologisch verläuft
eine Wundheilung immer nach denselben Regeln ab. In unserem Fall bei einer
frisch gestochenen Tätowierung setzt eine so genannte "regenerative
Wundheilung" ein.
Das bedeutet: oberflächliche Wunden, bei der nur die Epidermis und Teile
des Coriums verletzt sind, heilen regenerativ. Bleiben die Basalzellen der
Epidermis erhalten, was hier der Fall ist, so wird eine vollständige
Regeneration eintreten. Das bedeutet, dass sich die Haut ohne Narbe genau
so neu bildet, wie sie vorher war. (Nur mit dem kleinen Unterschied, dass
nun plötzlich Farbpigmente in die Haut eingebracht worden sind, die nun
das Tattoo bilden.)
Zuletzt ist kein Unterschied mehr zu erkennen. Das ist z. B. auch bei leichten
Schürfwunden der Fall, vorausgesetzt es wird nicht gekratzt und man setzt
es nicht der Sonne aus. Alle anderen Wundformen heilen reparativ, die uns
hier aber nicht weiter interessieren wollen. Es bildet sich über dem
frisch gestochenen Bild eine Schutzschicht aus an der Luft getrockneten Exsudat
(Wundsekret), welche (je nach Pflege) dünn oder auch sehr dick sein kann.
Ursache ist dafür die Menge des austretenen
Exsudats aus der frischen Wunde. Da nun ein Tätowierer darauf bedacht
ist, die Haut so wenig wie möglich zu verletzen, wird auch nicht all
zu viel Wundsekret aus der Wunde austreten. Da spielt jedoch noch die Veranlagung
und die Pflegebereitschaft des Tattookunden eine Rolle. Fazit ist, dass
eine Tätowierung nur eine leichte Oberflächenverletzung darstellt,
die bei richtiger Pflege so abheilt, dass man ein Leben lang Freude an
seinem Bild haben kann.
Einflüsse auf die normale Wundheilung.
Bei der Regeneration geschädigten Gewebes
steigt der Stoffwechsel des Körpers. Es besteht ein erhöhter Bedarf
an allen Nahrungsbestandteilen. Eiweiß, Kohlenhydrate, Fette, Vitamine,
Mineralstoffe und Spurenelemente müssen dem Körper in der Heilungszeit
in ausreichendem Maß zur Verfügung stehen. Bei Mangel an einzelnen
wichtigen Nahrungsbestandteilen ist eine schlechtere Wundheilung zu befürchten.
In unserem Fall handelt es sich nur um eine oberflächliche Wunde, wo
diesen Faktoren nicht all zu viel Bedeutung zugeschoben werden muss.
Drogen, Medikamente und übermäßiger Alkoholgenuss
Das die Einnahme von Drogen die Wundheilung negativ beeinflusst, wird niemanden
verwundern. Das liegt insbesondere daran, dass der körperliche Allgemeinzustand
bei Drogenkonsumenten meistens etwas beeinträchtigt ist.
Dabei sollten man bedenken, dass auch das Rauchen eine Sucht ist. Rauchen
führt zu einer Veränderung der Blutgefäße. Insbesondere
die Extremitäten werden immer schlechter durchblutet.
Bei Wunden führt die mangelnde Durchblutung zu einer Heilungsverzögerung.
In unserem Fall auch nicht ganz so dramatisch, da es sich, wie schon erwähnt,
um eine oberflächliche Verletzung der Haut handelt. Man sollte trotzdem
diesen Punkt nicht ganz außer Acht lassen.